Uggs frankfurt

Schon deshalb fiel die Wahl der Italiener im 90. Jahr ihres Bestehens auf Andrew. Er würde leicht die DNA von form follows function respektieren können. Was er tat, indem er alte Vorbilder in eine moderne Form und Materialsprache übersetzte, Innovation einbrachte, wie neue Leistenformen, Proportionen und den Memoryschaum für besonderen Komfort. „Die Menschen treiben heute viel mehr Sport, die Füße haben sich verändert, das natürliche Kollagen hat sich halbiert, deshalb habe ich die Polster eingebaut.“ Und nachdem er bei Amtsantritt erstaunt feststellte ‚Wieso gibt es eigentlich keine Sneaker?‘ gibt es nun eine ziemlich coole Strick-Version.Sein Studio ist in New York am Central Park, jeden Morgen kommt er mit der U-Bahn von Tribeca. Wenn er nicht auf Reisen („Inspiration“) und zudem jeden Monat immer wieder längere Zeit in Italien ist. Seit der Tätigkeit für Ferragamo in Florenz ohnehin, aber schon für sein eigenes Label hat er sich von Anfang an auf das Wissen der italienischen Schuhmacher verlassen. „Luxus-Kunden wissen heute sehr genau Bescheid und sie schätzen Qualität.“ Das ist die Grundvoraussetzung, aber ohne Allure wird auch aus Qualität keine Luxusmarke.

Der Vater arbeitete als Polsterer der Queen auf Schloss Windsor, umgeben zu sein von kostbaren Textilien und Handwerk haben seine Ästhetik geprägt, und schon als junger Mensch beschäftigte Paul sich mit Fragen, welche Interessen das persönliche Leben ausmachen und bereichern, sein Lieblingsfach war Design Technologie. Aber vor allem interessierte er sich für Mode. Kaufte vom Taschengeld die britische „Vogue“. In der Konsequenz entschied er sich, Schuhdesign zu studieren.Alexander McQueen war dann der erste, der auf den talentierten Mr. Andrew aufmerksam wurde und ihm nach dem Abschluss am Berkshire College in die Lehre nahm. Narciso Rodriguez, Calvin Klein und Donna Karan folgten. 2003 war es an der Zeit, das eigene Label zu gründen. „Ich hatte das Glück, ein Netzwerk von Freunden und Kollegen hinter mir zu haben.“ Und er kannte das Geschäft ja längst, hatte Kontakte zu Manufakturen, Celebrities, Medien. Was nicht bedeutet, dass alles nur leicht gewesen wäre. Ein begabter, beliebter Designer zu sein, heißt nicht, dass das Geschäft automatisch läuft. „Es gab viele sehr frühe Morgen nach schlaflosen Nächten.“

Im Frühjahr 2014 brachte er „Rhea“ auf den Markt, ein flacher Slingpumps. So bequem wie Puschen. Elegant wie High Heels. Ein Generationendeal, gleichermaßen geschätzt von Töchtern, Müttern, Großmüttern. Selten wurde ein junger Designer wohl für einen Schuh derart geliebt. Wegen der Sinnhaftigkeit, aber auch für Sätze wie diesen: „Der Trend zu flachen Absätzen drückt aus, was Kundinnen heute wollen. Sie wird keine schwindelerregenden High Heels tragen, nur weil ihr Freund oder Ehemann das ‚hot‘ findet. Sie kleidet sich für ihr wirkliches Leben, das sich zwischen Heim, Büro, Meetings und abends vielleicht noch einer Kunstausstellung bewegt. Ich finde es herrlich, wenn eine Frau sich sehr modisch und dazu flache Schuhe anzieht, weil es signalisiert, welches Leben sie führt und dass sie einen speziellen Sexappeal hat.“ Wenn Andrew das mit seiner sonoren Stimme sagt, fragt man sich, warum man sich jemals wieder zur Höhe aufschwingen sollte. Wobei die Antwort darauf in seinen Kollektionen steht.Im gleichen Jahr 2014 gewann er als erster Schuhdesigner den „CFDA/Vogue Fashion Fund“. Das ist so etwas wie die Mitgliedschaft in der Ehrenlegion. Zwei Jahre später stellte er Schuhwerk für Männer vor und erhielt prompt den „CFDA Swarovski Award for Accessory Design“. Die Kollektion, die er nun in die Fußstapfen von Salvatore Ferragamo gestellt hat, passt schon mal wie angegossen.