Uggs grün

Aber dabei wurde ihm auch klar, dass sich der Laden im Palazzo nicht würde reproduzieren lassen, für die Expansionspläne also ein neues Konzept hermusste. So entwickelte sich die Corporate Identity, die heute generell für die Veränderung im internationalen Luxusmarkt steht. Jedes Geschäft ist ein Unikat. „Wenn man sich für den Einzelhandel entscheidet, sollte das für den Kunden ein Erlebnis sein. Man muss ihm einen Grund geben, um in den Laden zu gehen, statt online zu kaufen. Wenn Sie eines meiner Geschäfte betreten, möchte ich, dass Sie sich so fühlen, als würden Sie mein Wohnzimmer in der jeweiligen Stadt betreten. Man würde ja auch nie ein Haus in New York wie das Strandhaus in Miami oder ein Haus in London dekorieren, sie sind alle unterschiedlich.“ Bei Osario dabei garantiert bunt.

Die Geschwindigkeit, mit der sein Unternehmen in kurzer Zeit aus einem Wohnzimmer in einen Palazzo umziehen konnte, verdankt er Social Media. „Instagram ist zur selben Zeit wie meine Marke explodiert.“ Durch den Streetstyle-Hype wurden die Schuhmacher von einem Moment zum anderen global. „Das erkennt man daran, dass alle ein Modell zur selben Zeit wollen, unabhängig von Jahreszeit, Wetterlage oder Herkunftsland. Wir hatten Wartelisten von China bis Brasilien und allem, was sich dazwischen befindet.“

Und auch unerwünschte PR. Zwar gelten Kopien heute schon als Maßstab für Relevanz. Im März vergangenen Jahres sah Edgardo sich aber gleichwohl genötigt, auf einen besonders dreisten Ideenklau zu reagieren. „Ein Imitat ist nicht die höchste Form von Schmeichelei“, schrieb er samt Bildvergleich auf Instagram an die Adresse einer New Yorker Unternehmerin. „Shame on you, Ivanka Trump!“ Die italienische Luxusschuhmarke hatte daraufhin Klage gegen die Firma der Präsidententochter eingereicht. Die nun bis Oktober Zeit bekommen hat, sich zu den Plagiatsvorwürfen vor Gericht zu äußern – und zwar persönlich.