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Das Land hat große Vorkommen an Kupfer, Gold, Kohle, Uran, Zinn, Zink, Flußspat. Allerdings hat die Mongolei, die 4,5mal so groß ist wie Deutschland und nur 2,5 Millionen Einwohner hat, außerhalb von Ulan Bator fast keine Infrastruktur. Das erschwert den Abbau der Rohstoffe. Wer durch die Mongolei reist, erblickt immer wieder Orte, an denen angesichts vieler vermuteter Schätze legal und illegal Probebohrungen vorgenommen werden. Dabei hängt die mongolische Wirtschaft stark von den Rohstoffvorkommen ab. Der Bergbau trägt nach Berechnungen des Amtes für mineralische Rohstoffe und Erdöl der Mongolei annähernd 18 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, 76 Prozent der Exporteinnahmen stammen aus der Ausfuhr von Rohstoffen.Wichtigster Bergbaubetrieb ist der mongolisch-russische Erdenet-Konzern, der vor allem Kupfer abbaut. Erdenet liegt rund 300 Kilometer nordwestlich von Ulan Bator und hat Zugang zur Transmongolischen Eisenbahn, die von der unweit des Baikalsees gelegenen russischen Stadt Ulan Ude über Ulan Bator bis Peking verläuft. Das in Erdenet abgebaute Kupfer kann so ohne Schwierigkeiten weggeschafft werden.

Derzeit gibt es jedoch Streit um große Kokskohlevorkommen in Tavan Tolgoi; ein im Süden der Mongolei in der Provinz Süd-Gobi gelegenes Gebiet. Sie ist die größte Provinz des Landes und eine Grenzregion zu China. Kokskohle wird zur Produktion von Stahl benötigt, und der Stahlhunger und damit das Interesse Chinas an den Vorkommen sind immens. 570 Kilogramm Kokskohle werden nach Auskunft der Wirtschaftsvereinigung Stahl eingesetzt, um eine Tonne Rohstahl herzustellen. Die großen Vorräte in Tavan Tolgoi – dort soll es mehr als 7 Milliarden Tonnen Kohle geben – liegen im Gegensatz etwa zu den Kokskohlevorräten in Deutschland direkt an der Erdoberfläche und können leicht abgebaut werden.

Neben den Chinesen haben auch die Russen und die Japaner großes Interesse an den Kokskohlevorkommen in der Wüste Gobi. China baut in Tavan Tolgoi bereits Kokskohle ab. Täglich bringen mehr als 80 Lastwagen den begehrten Rohstoff über die Grenze nach China. Doch um die Vorkommen in großen Mengen abzubauen, bedarf es einer besseren Anbindung. Die Chinesen bieten wie die Russen den Bau einer eigenen Eisenbahnlinie an, um die Kohle in großen Mengen wegschaffen zu können. Eine endgültige Entscheidung, wer künftig die Vorkommen abbauen darf, steht noch aus.