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Sechs Mitglieder der ehemaligen Staatspartei Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) besitzen die Lizenzen für die Vorkommen in Tavan Tolgoi mit einem geschätzten Wert von 250 Millionen Dollar. Es gilt in der Mongolei als offenes Geheimnis, daß neben vier weiteren Politikern der derzeitige Staatspräsident Nambaryn Enchbajar und einer seiner Vorgänger, Punsalmaagiyn Ochirbat, im Besitz der lukrativen Lizenzen sind.Bereits während des Kommunismus war bekannt, wo sich die ertragreichen Lagerstätten befinden. Nach dem Zusammenbruch des Einparteiensystems haben viele einflußreiche Politiker die Lizenzen für die Rohstoffvorkommen unter sich aufgeteilt. Die Mongolei belegt übrigens auf dem Korruptionsindex von Transparency International unter 159 Ländern den 85. Platz. Das steht im Gegensatz zur mongolischen Verfassung, nach der die Rohstoffvorkommen sich eigentlich im Besitz des mongolischen Volkes befinden sollten. Nun werden die Erlöse aus dem Verkauf vieler Lizenzen also nichtsozialisiert, sondern privatisiert.

Das jüngst vom mongolischen Parlament gegen den Willen der Regierung von Ministerpräsident Miyegombo Enkhbold und ohne vorhergehende ausgiebige parlamentarische Diskussionen erlassene „Sondergewinnsteuergesetz“ hat indessen in der Mongolei und bei vielen ausländischen Investoren für großen Unmut gesorgt. Nach dem Gesetz sollen die Kupfer- und Goldpreise mit 68 Prozent besteuert werden, wenn die Weltmarktpreise für Gold mehr als 500 Dollar je Feinunze und für Kupfer mehr als 2.600 Dollar je Tonne betragen. Zum Vergleich: Der Goldpreis liegt schon seit Ende 2005 weit über 500 Dollar je Unze, der Kupferpreis hat Anfang 2004 bereits den Wert von 2.600 Dollar je Tonne überschritten.

Es wird nun in der Mongolei befürchtet, daß dieses Gesetz eine abschreckende Wirkung auf in- und ausländische Investoren haben wird, wenn diese ihr Vertrauen zur mongolischen Regierung verlieren. Auch kleine mongolische Unternehmen haben wegen der stark gestiegenen Goldpreise angefangen, das Edelmetall abzubauen. Diese Investitionen könnten sich durch die Sondergewinnsteuer bald nicht mehr rechnen. Die ausländischen Investoren beklagen sich über das Gesetz: So hat sich der Börsenkurs des kanadischen Unternehmens Ivanhoe Mines, das die Lizenz der zweitgrößten Gold- und Kupferlagerstätte der Welt in Oyu Tolgoi hält, seit Bekanntwerden des Gesetzes an der Börse in Toronto annähernd halbiert.